In unserer Serie „Die LGI stellt sich vor“ präsentieren wir euch die Menschen hinter der LG Innviertel. Diesmal im Fokus: Kurt Steinhofer, 47 Jahre alt, aus Waldzell, Techniker – und leidenschaftlicher Ultraläufer. Er hat sich über die Jahre vom gesundheitsorientierten Läufer zu einem echten Ausdauerspezialisten entwickelt und bestreitet mittlerweile Wettkämpfe über unglaubliche 200 Kilometer. Was ihn antreibt, wie alles begann und welche Ziele er noch verfolgt, erzählt er uns im Interview.
Foto: Steinhofer
Wie bist du ursprünglich zum Laufsport gekommen und was hat dich am Anfang besonders motiviert, dranzubleiben?
Zum Laufen bin ich aus gesundheitlichen Gründen gekommen. Ich hatte jahrelang mit starker Migräne zu kämpfen und habe im Laufsport schließlich ein „Heilmittel“ für mich gefunden. Das hat mich enorm motiviert, dranzubleiben.
Welche Rolle hat der Verein LG Innviertel in deiner sportlichen Entwicklung gespielt?
Eine sehr wichtige. Im Verein konnte ich von den Erfahrungen anderer Läufer profitieren – sei es bei Trainingstipps, Sportbekleidung, Laufschuhen oder bei Erfahrungen aus verschiedensten Wettkämpfen. Besonders wertvoll ist auch der Zusammenhalt in der Gemeinschaft.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Wettkampf? Wie lautet dein Resümee?
Oh ja, den werde ich nie vergessen: der Stadtlauf in Ried 2015. Mit zwei Leberkässemmeln im Bauch und voller Euphorie stand ich in den ersten Startreihen. Kurz nach dem Start bekam ich starkes Seitenstechen und bin komplett eingegangen. Es war ein harter Kampf, aber auch ein unglaublich emotionaler Moment – das erste Mal 10 km zu schaffen.
Was war dein bisheriges Wettkampf- bzw. Lauf-Highlight?
Das ist eine schwierige Frage, da ich mittlerweile auf viele Erlebnisse zurückblicken kann. Besonders schön ist es immer, wenn das Training am Wettkampftag aufgeht. Im Berglauf ist der Schafberglauf für mich ein absolutes Highlight. Im Ultralaufen ist jeder gefinishte Lauf eine Belohnung, aber besonders stolz bin ich auf jene, bei denen ich eine starke Leistung zeigen konnte – zum Beispiel, wenn man auch bei 90 km noch Reserven hat und diese nutzen kann. Außerdem liebe ich das Backyardlaufen – und konnte 2024 und 2025 jeweils einen gewinnen.
Was bedeutet dir der Laufsport heute – eher Leidenschaft, Ausgleich oder Leistungsorientierung?
Eigentlich von allem etwas. Die Leidenschaft steht ganz klar im Vordergrund – für diesen facettenreichen und abwechslungsreichen Sport, egal ob Straße, Berg oder Ultra. Gleichzeitig ist Laufen für mich ein wichtiger Ausgleich zum Alltag, eine wertvolle „Me-Time“. Ein gewisser Leistungsanspruch ist auch da, aber nicht zu verbissen – eher als positive Spannung.
Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus, besonders in der Vorbereitung auf Wettkämpfe?
Ich trainiere ohne festen Trainingsplan und eher intuitiv, angepasst an die jeweiligen Bewerbe. Die Vorbereitung auf einen Berglauf unterscheidet sich stark von der auf einen Ultramarathon. Wichtige Bestandteile sind aber auf jeden Fall Grundlagenausdauer und Intervalltraining. Ebenso entscheidend ist die richtige Ernährung und Supplementierung, damit der Körper auf alle nötigen Reserven zurückgreifen kann.
Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?
Ich habe mich letztes Jahr für die Backyard-Team-WM qualifiziert, die im Oktober 2026 in Seekirchen stattfindet. Dort möchte ich herausfinden, wie weit ich gehen kann. Ansonsten sehe ich meine Zukunft weiterhin im Berg- und Ultralauf – solange ich diesen Sport ausüben kann, denn dort fühle ich mich einfach am wohlsten.
Bestzeiten:
10 Kilometer: 37:37 Minuten
21,1 Kilometer: 1:25:53 Stunden
Längster Lauf: 235 Kilometer