In unserer Serie „Die LGI stellt sich vor“ präsentieren wir euch die Menschen hinter der LG Innviertel. Diesmal im Fokus: Judith Brenneis. Die 47-Jährige lebt in Utzenaich, ist selbstständig als Mediatorin und psychosoziale Beraterin tätig und arbeitet zudem als Sozialarbeiterin für das Land Oberösterreich.
Wie bist du ursprünglich zum Laufsport gekommen und was hat dich am Anfang besonders motiviert, dranzubleiben?
Das waren für mich wahrscheinlich die Menschen. Ich habe schon in meiner Jugend einmal begonnen zu laufen, aber damals gab es – soweit ich mich erinnere – niemanden, mit dem ich dieses Hobby teilen konnte. Meine Prioritäten haben sich daher wieder verlagert. Erst Ende 20/Anfang 30 bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Es waren Freundschaften, in denen gemeinsames Laufen ein willkommener Anlass war, sich zu treffen – und auch umgekehrt: Ich habe mich Gruppen angeschlossen, in denen gelaufen wurde, und dort sind neue Freundschaften entstanden.
Welche Rolle hat der Verein LG Innviertel in deiner sportlichen Entwicklung gespielt?
Früher oder später habe ich bemerkt, dass es die LG Innviertel gibt. Es hat noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich im Februar 2020 dazu entschlossen habe, dem Verein beizutreten. Seither hat sich mein Zugang zum Laufen noch einmal deutlich verändert: Ich habe hier nicht nur Freunde gefunden, sondern auch viel Wissen gesammelt, neue Trainingsreize kennengelernt und ganz andere Möglichkeiten entdeckt. 2020 hätte ich zum Beispiel nie gedacht, dass mich ein Marathon interessieren würde – geschweige denn, dass ich einmal einen Ultralauf mache oder „Everesting“ für mich entdecke.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Wettkampf? Wie lautet dein Resümee?
Nein – ich musste tatsächlich recherchieren und vermute, dass es der Rieder Stadtlauf 2011 war. Ich erinnere mich aber gut daran, dass ich anfangs nach den Läufen einfach nach Hause gefahren bin. Nach einem Thermenlauf in Geinberg wurde mir dann einmal ein Pokal nachgebracht – ich war völlig überrascht. Leistung stand für mich damals überhaupt nicht im Vordergrund. Mein Resümee: Das war eigentlich ein sehr guter Ansatz, den ich mir bis heute bewahrt habe – das machen, was mir Spaß macht, und mit Begeisterung beobachten, wohin mich das führt.
Was war dein bisheriges Wettkampf- bzw. Lauf-Highlight?
Meine Highlights waren meist die „großen“ Wettkämpfe – groß im Sinne von: etwas zum ersten Mal machen. Dinge, bei denen ich mir früher selbst den Vogel gezeigt hätte. Die Hausruck Challenge mit 26 km war so ein erstes Highlight. Getoppt wurde das dann vom Gmundner Bergmarathon, wo ich 2024 erstmals den Innotech Halbmarathon (30 km / 2000 hm) gelaufen bin. Ein ganz besonderes Erlebnis war 2025 der Vienna City Marathon – mein erster Marathon überhaupt. Die Eindrücke bei solchen Großveranstaltungen sind einfach gewaltig. Gleichzeitig zählen für mich auch die kleinen, persönlichen Events: Letzten Herbst hat mein Partner gemeinsam mit Freunden bei uns zuhause einen Backyard Ultra organisiert – „just for fun“. Wir waren nur eine kleine Gruppe, aber ich bin dabei zum ersten Mal 54 km an einem Tag gelaufen. Und es hat richtig Spaß gemacht.
Was bedeutet dir der Laufsport heute – eher Leidenschaft, Ausgleich oder Leistungsorientierung?
Laufen war für mich anfangs ein Ausgleich, ist dann zur Leidenschaft geworden und inzwischen spielt auch die Leistungsorientierung eine Rolle. Außerdem sehe ich viele Parallelen zum Leben: Ausdauer, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, eigene Grenzen zu überwinden, helfen mir auch in anderen Bereichen. „Don’t stop when you’re tired, stop when you’re done.“ – dieses Zitat hing schon lange vor meinen Laufjahren in meinem Büro. Heute weiß ich genau, warum. Bei meinen Läufen war ich schon oft müde – aber wenn noch ein paar Kilometer vor mir lagen, habe ich sie immer irgendwie geschafft.
Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus, besonders in der Vorbereitung auf Wettkämpfe?
Ich habe großes Glück, dass mich mein Partner bei diesem Hobby unterstützt und es mit mir teilt. Seit 2025 gönne ich mir den Luxus eines Trainingsplans. Das erleichtert die Planung enorm: Mein Trainer weiß im Voraus, an welchen Tagen ich Zeit habe, und erstellt darauf abgestimmt die Einheiten. Ich muss mir dann nur noch eine passende Strecke suchen, mich wettergerecht anziehen und loslaufen. Und meistens macht es sogar richtig Spaß – ein Luxus, den ich aktuell sehr genieße.
Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?
Aktuell möchte ich meine Zeit beim Vienna City Marathon verbessern – ebenso beim Gmundner Bergmarathon. Außerdem werde ich heuer längere Strecken weiter „beschnuppern“: Für den 12+1 in Munderfing sowie den EverestLinz bin ich bereits angemeldet. Dabei geht es für mich vor allem ums Dabeisein und neue Erfahrungen. Langfristig ist mein größtes Ziel, möglichst lange laufen zu können – oder zumindest in Bewegung zu bleiben. Am liebsten gemeinsam mit Gleichgesinnten.
Bestzeiten:
- Marathon (Wien 2025): 3:47:12 Stunden
- Halbmarathon (Bad Füssing 2026): 1:46:30 Stunden