In unserer Serie „Die LGI stellt sich vor“ präsentieren wir euch die Menschen hinter der LG Innviertel. Diesmal im Fokus: Anja Sob, die innerhalb kürzester Zeit beeindruckende Fortschritte gemacht hat. Vom ersten Halbmarathon bis zum Marathon unter 3:50 Stunden. Wie ihre Laufreise begonnen hat, welche Rolle die LG Innviertel dabei spielt und welche Ziele sie noch verfolgt, erzählt sie uns im Interview.
Wie bist du ursprünglich zum Laufsport gekommen und was hat dich am Anfang besonders motiviert?
Ich kann mich noch erinnern, dass mir Laufen früher nie Spaß gemacht hat und ich mir immer gedacht habe: „Wieso machen Leute das freiwillig?“ Als mein Papa vor einigen Jahren in Wien den Halbmarathon gelaufen ist, habe ich erstmals ein solches Event live miterlebt und war sofort begeistert. Kurz danach bin ich selbst das erste Mal 10 Kilometer gelaufen, weil mich diese Atmosphäre so motiviert hat. Im Studentenalltag ist diese Motivation dann aber schnell wieder verflogen. Erst Ende 2023 hat mich meine beste Freundin gefragt, ob ich gemeinsam mit ihr im Frühjahr 2024 den Linz Halbmarathon laufen möchte. Dadurch habe ich wieder regelmäßig mit dem Laufen begonnen – und diesmal auch wirklich Freude daran gefunden.
Welche Rolle hat der Verein LG Innviertel in deiner sportlichen Entwicklung gespielt?
Auf die LG Innviertel bin ich damals durch den Teamstundenlauf aufmerksam geworden und wurde sofort herzlich aufgenommen. Besonders die Gemeinschaft und das gemeinsame Interesse am Laufen motivieren mich sehr. Es ist einfach schön, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, gemeinsam zu trainieren und sich gegenseitig bei Wettkämpfen zu unterstützen.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Wettkampf? Wie lautet dein Resümee?
Mein erster Wettkampf war der Halbmarathon in Linz 2024, zu dem mich meine beste Freundin irgendwie überreden konnte. Verletzungsbedingt konnte sie dann allerdings nicht mitlaufen und ich stand plötzlich alleine am Start – extrem nervös und angespannt. Es hatte an diesem Tag gute 25 Grad, der erste richtig heiße Tag im Jahr. Ich war diese Temperaturen beim Laufen überhaupt nicht gewohnt und kam dadurch extrem an meine Grenzen. Beim Zieleinlauf konnte ich meine Familie kaum mehr wahrnehmen und mein Durchschnittspuls lag fast bei 190. Trotzdem war das Glücksgefühl danach einfach überwältigend. Offenbar so überwältigend, dass ich knapp zwei Wochen später direkt auch noch den Halbmarathon in Wien gelaufen bin.
Was war dein bisheriges Wettkampf- bzw. Laufhighlight?
Schwierige Frage – eigentlich ist jeder Wettkampf auf seine eigene Art ein Highlight. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich aber den Vienna City Marathon nennen. Ich bin letztes Jahr in Wien meinen ersten Marathon gelaufen und hatte mir unbedingt vorgenommen, unter vier Stunden zu bleiben. Mit einem strengen Trainingsplan habe ich gezielt darauf hingearbeitet, dabei aber etwas die Freude am Laufen verloren. Die Folge beim VCM: Ich habe den Lauf nicht wirklich genießen können, mein Ziel um drei Minuten verpasst und mir danach geschworen, nie wieder einen Marathon zu laufen.
Doch es kam anders…
Ja! Irgendwann hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt und ich wollte es noch einmal versuchen. Zunächst bekam ich nur einen Wartelistenplatz, doch als ich erfuhr, dass ich nachgerückt bin, war ich einerseits überglücklich, andererseits aber auch extrem nervös. Diesmal habe ich lockerer und mehr nach Gefühl trainiert, mich weniger gestresst und dadurch die gesamten 42,2 Kilometer genießen können. Die Stimmung entlang der Strecke war unglaublich und völlig unerwartet konnte ich den Marathon in 3:48:35 Stunden finishen. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich!
Was bedeutet dir der Laufsport heute – eher Leidenschaft, Ausgleich oder Leistungsorientierung?
Eigentlich treffen alle drei Punkte zu. Laufen hat sich definitiv zu einer großen Leidenschaft entwickelt und ich könnte es mir aus meinem Alltag gar nicht mehr wegdenken. Rückblickend ist es fast unvorstellbar, dass ich den Sport früher nicht mochte. Gleichzeitig ist das Laufen für mich aber auch ein wichtiger Ausgleich zu meinem Beruf als Lehrerin. Nach einem anstrengenden Tag gibt es kaum etwas Schöneres als einen Lauf in der ruhigen Natur. Um langfristig motiviert zu bleiben, brauche ich allerdings auch neue Ziele und möchte mich stetig verbessern. In gewisser Weise bin ich deshalb definitiv auch leistungsorientiert.
Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus, besonders in der Vorbereitung auf Wettkämpfe?
Wenn es Arbeit und Studium zulassen, gehe ich vier- bis fünfmal pro Woche laufen. Dabei versuche ich, einmal ein Intervalltraining und einmal einen längeren Lauf einzubauen – auch wenn das nicht immer gelingt. Zusätzlich möchte ich regelmäßig Krafttraining integrieren, allerdings vernachlässige ich das leider noch etwas zu oft. Ich habe erst vor zweieinhalb Jahren aktiv mit dem Laufen begonnen und hätte damals niemals gedacht, in so kurzer Zeit so viel erreichen zu können. Ein Marathon stand ursprünglich nie auf meiner Liste und mittlerweile habe ich bereits zwei davon absolviert – das fühlt sich manchmal immer noch unrealistisch an.
Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?
In Zukunft möchte ich mich aber eher auf die 10-km- und Halbmarathondistanz fokussieren und dort neue Bestzeiten anpeilen.
Bestzeiten:
10 Kilometer: 47:40 Minuten
Halbmarathon: 1:44:14 Stunden
Marathon: 3:48:35 Stunden