In unserer Serie „Die LGI stellt sich vor“ präsentieren wir euch die Menschen hinter der LG Innviertel. Mario Friedl (44) aus St. Martin im Innkreis ist zweifacher Vater, verheiratet und arbeitet als Betreuer in der Lebenshilfe. Seine sportliche Laufbahn begann eher zufällig. Heute blickt er auf schöne Zeiten, besondere Erlebnisse und eine tiefe Verbundenheit zum Laufsport zurück.
Wie bist du ursprünglich zum Laufsport gekommen und was hat dich am Anfang besonders motiviert, dranzubleiben?
Ich habe lange beim TSV Ort Fußball gespielt. 2011 hatten wir spielfrei und zufällig fand der Linz Marathon statt. Gemeinsam mit einem Freund bin ich dort den Halbmarathon gelaufen – und war sofort von der Atmosphäre angesteckt. Im Sommer, damals war ich 29 Jahre alt, habe ich dann endgültig mit dem Fußball aufgehört. Ich gebe zu: Beim Kicken war ich nicht besonders talentiert. Beim Laufen hingegen merkte ich schnell, dass da einiges möglich ist. Danach folgten meine zehn besten Laufjahre – es ging richtig steil nach oben.
Welche Rolle hat der Verein LG Innviertel in deiner sportlichen Entwicklung gespielt?
Eine sehr große! Ich bin quasi kurz nach der Gründung 2012 zum Verein gekommen. Menschen wie Franz Gattermann – ehemaliger Olympia-Langläufer und Marathonläufer unter 2:30 Stunden – sowie der leider bereits verstorbene Herbert Katzelberger haben mir unglaublich viel beigebracht. Mit Franz habe ich meine ersten Trainingspläne erstellt. Mit Herbert verbinde ich viele schöne Erinnerungen, etwa an gemeinsame Läufe im Trainingslager in Poreč. Später habe ich auch viel mit Stephan Kirchberger trainiert, besonders ab Mitte der 2010er-Jahre.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Wettkampf? Wie lautet dein Resümee?
Ja, das war gleich der Halbmarathon in Linz. Neben dem Fußballtraining habe ich einige längere Läufe eingebaut. Nach etwa 1:40 Stunden waren wir im Ziel. Das war ein großartiges Erlebnis und hat mich nachhaltig geprägt. Lustig ist auch, dass ich während meiner Zeit beim TSV Ort – speziell in der Wintervorbereitung – jeden Laufkilometer gehasst habe.
Was war dein bisheriges Wettkampf- bzw. Lauf-Highlight?
Da gibt es mehrere. Besonders stolz bin ich auf meine beiden Marathons 2012 und 2013, die ich jeweils unter drei Stunden gelaufen bin. Diese Marke zu knacken und eine Pace von 4:14 Minuten pro Kilometer über die gesamte Distanz zu halten, war unglaublich. Dieses Gefühl kann man kaum beschreiben. Auch mein Lauf beim Rieder Stadtlauf, wo ich die 10 Kilometer in genau 36 Minuten gelaufen bin, war ein Highlight. Unvergessen bleibt auch der 6-Stunden-Lauf in Fürth, bei dem ich knapp 70 Kilometer geschafft habe und damit Platz 301 in der Weltjahresbestenliste erreicht habe. Außerdem war ich einmal OÖ-Halbmarathon-Landesmeister in der Altersklasse M35-40.
Was bedeutet dir der Laufsport heute – eher Leidenschaft, Ausgleich oder Leistungsorientierung?
2021 habe ich eine zweijährige Umschulung begonnen und speziell im zweiten Jahr hatte ich neben Familie und Lernen wenig Zeit fürs Training. Dabei habe ich gemerkt, dass mir der Wettkampf gar nicht so sehr fehlt. Ich bin heute zwar immer noch Läufer, aber starte kaum mehr bei Bewerben. Vor Kurzem bin ich noch einmal einen Marathon gelaufen und habe gezielt darauf trainiert – aber das war eher eine Ausnahme. Am Ende erreichte ich nach einem Einbruch bei Kilometer 31 nach 4:12 Stunden das Ziel. Doch die Zeit war zweitrangig, durchkommen lautete die Devise. Es wird voraussichtlich mein letzter Marathon gewesen sein. In Zukunft möchte ich maximal einen Halbmarathon laufen und auch hier gilt dann: Die Zeit ist zweitrangig.
Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus, besonders in der Vorbereitung auf Wettkämpfe?
Früher bin ich sechs- bis siebenmal pro Woche gelaufen. Neben Intervallen und Tempoläufen stand viel Grundlagentraining am Plan – ganz klassisch. Heute ist das deutlich entspannter: Ich laufe oft von der Arbeit nach Hause, das sind etwa 14 Kilometer, und gehe am Wochenende gerne locker joggen. Mit Familie und Kindern und anderen Hobbys haben sich auch die Prioritäten verschoben. Intensive Trainingspläne oder harte Tempoeinheiten würden mich – speziell im Sommer – mittlerweile eher stressen.
Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?
An meine früheren Leistungen und dem Gewicht (+13 Kg mittlerweile) komme ich wohl nicht mehr heran, und deshalb fällt es mir schwer, mich dafür zu motivieren. Wichtiger ist mir heute, verletzungsfrei zu bleiben, langfristig Sport machen zu können und vor allem Freude daran zu haben. Einen großen Traum habe ich noch: Ich möchte mit 60 oder 70 auch noch Sport machen können, das wird wohl die größte Herausforderung. Vielleicht stehen in Zukunft die sportlichen Ziele meiner Kinder im Mittelpunkt – und meine Frau und ich werden sie dann am Streckenrand oder am Spielfeld anfeuern. Denn eines ist keine Floskel: Familie ist das Wichtigste und ich will keine Spiele, Veranstaltungen oder sonstiges meiner Kids verpassen.
Bestzeiten:
5 Km: 17:40 Minuten
10 Km: 36 Minuten
HM: 1:21:43 Stunden
Marathon: 2:58:30 Stunden
6 Stunden: 69,225 Kilometer