In unserer Serie „Die LGI stellt sich vor“ präsentieren wir euch die Menschen hinter der LG Innviertel. Diesmal im Fokus: Elisabeth Weissenbrunner aus Ried im Innkreis. Die 42-jährige Assistentin der Raiffeisenbank Ried hat ihre Leidenschaft im Ultralaufen gefunden. Wie alles begann und was sie antreibt, erzählt sie im Interview.
Wie bist du ursprünglich zum Laufen gekommen und was hat dich damals motiviert, dranzubleiben?
Zum regelmäßigen Laufen bin ich gekommen, als ich 2020 beschlossen habe, mit dem Rauchen aufzuhören. Anfangs waren es kurze Einheiten, um den Kopf frei zu bekommen. Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie gut mir das körperlich und mental tut. Die Fortschritte kamen Schritt für Schritt – und genau das hat mich motiviert, dranzubleiben.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Wettkampf – wie hast du ihn erlebt?
Das war ein 10-Kilometer-Lauf 2018 in der Schweiz beim Swiss City Marathon Lucerne. Mein Ziel war einfach, die Strecke zu bewältigen. Am Start war ich ziemlich nervös, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Die Stimmung war unglaublich und im Ziel war ich einfach nur stolz, es geschafft zu haben. Ein Moment, den ich nie vergessen werde.
Wann hast du gemerkt, dass dich längere Distanzen besonders reizen?
Ich war nie die klassische schnelle Läuferin, sondern mochte schon immer längere Distanzen mehr. Das hat sich mit der Zeit einfach entwickelt. Ich habe gemerkt, dass mir genau das liegt: lange unterwegs sein, die Kräfte gut einteilen und auch mental stark bleiben.
Der Schritt vom klassischen Straßenlauf hin zu Ultramarathons ist groß – was hat dich dazu bewegt?
Ehrlich gesagt kam ich eher zufällig mit dem Ultralaufen in Berührung – beim Austria Backyard Ultra, zunächst nur als Zuschauerin. Mit der Zeit wuchs die Neugier. Ich wollte wissen, wo meine Grenzen liegen. Nach meinem ersten Ultralauf im November 2024, bei dem ich auf Anhieb 115 Kilometer lief, war klar: Das ist meine große Leidenschaft.
Was fasziniert dich daran?
Man verbringt viele Stunden in Bewegung, durchlebt Höhen und Tiefen und lernt sich selbst unglaublich gut kennen. Außerdem ist die Community sehr familiär – jeder hilft jedem, man pusht und unterstützt sich gegenseitig. Beim Ultralauf geht es um Durchhaltevermögen, mentale Stärke und darum, eigene Grenzen zu verschieben. Genau das macht für mich den Reiz aus.
Was ist die große Herausforderung daran?
Herausfordernd wird es vor allem, wenn der Körper müde wird und der Kopf zu zweifeln beginnt. Mental ist es für mich wichtig, nicht das große Ganze zu sehen, sondern den Lauf in kleine Abschnitte zu unterteilen und mich immer auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Eine gute Playlist darf dabei natürlich nicht fehlen. Körperlich sind es vor allem muskuläre Belastungen und manchmal auch Schmerzen. Hier ist es entscheidend, gut vorbereitet zu sein und auf den eigenen Körper zu hören.
Welche Ziele oder Träume hast du noch im Ultralaufbereich?
Nach meinem ersten 100-Meilen-Lauf habe ich gesehen, was möglich ist – und dass noch mehr in mir steckt. Distanzen jenseits der 160 Kilometer reizen mich definitiv. Verletzungsbedingt muss ich dieses Jahr etwas kürzertreten, aber nächstes Jahr möchte ich mein großes Ziel in Angriff nehmen: die 240 Kilometer beim Salzach Ultra Run. Außerdem möchte ich künftig auch bei Ultra-Trailläufen im In- und Ausland starten.
Du bist Mitglied bei der LG Innviertel – was bedeutet dir der Verein?
Der Verein bedeutet mir sehr viel und ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Der Zusammenhalt im Team, die gegenseitige Unterstützung und Motivation sowie die gemeinsame Leidenschaft fürs Laufen – all das gibt mir enorm viel. Gerade im Ultralauf ist es unglaublich wertvoll, Menschen hinter sich zu wissen, die einen verstehen und unterstützen.
Welche Ziele oder Träume hast du noch im Ultralaufbereich?
Mein größter Erfolg war definitiv der Gesamtsieg bei meinem ersten 100-Meilen-Lauf, dem Salzach Ultra Run, in 24:17 Stunden. Außerdem der 1. Platz bei den Damen in der Ultralaufserie des Backyard Austria Ultra 2025 mit insgesamt 100 Yards in sieben Bewerben.
Bestzeiten:
- Marathon: Bad Füssing Thermenmarathon – 04:03:36 Stunden (3. Platz W40)
- Halbmarathon: Traunsee Halbmarathon – 1:51:15 Stunden
- Trail:
- Lindkogel-Trail (34 km / 1.230 hm) – 4:11:28 Stunden (3. Platz W40)
- Schwarzach-Trail (33 km / 1.600 hm) – 4:19:51 Stunden (8. Platz Damen)
- Mozart 100 light (37,3 km / 1.759 hm) – 5:04:55 Stunden (7. Platz W40)